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Nachbarschaft und digitale Vernetzung – Soziale Medien als Instrument der Nachbarschaftsbildung

Die Bedeutung der virtuellen Vernetzung spiegelt sich zunehmend in den nachbarschaftlichen Beziehungen der Menschen wider. Neben öffentlichen und privaten Räumen bietet das Internet einen neuen Sozialraum, in welchem sich die unterschiedlichsten Menschen vernetzen und austauschen können. Um das Spektrum virtueller Nachbarschaftsplattformen und ihren Einfluss auf das reale Miteinander von Menschen genauer zu erfassen, wurde das ÖIR von der Stadt Wien mit der Studie „Die digitale Bassena – soziale Medien als Instrument der Nachbarschaftsbildung“ beauftragt und führte neben einer Bestandsanalyse in Wien und den deutschsprachigen Nachbarländern, Interviews mit diversen AkteurInnen und zwei konkrete Fallstudien durch. Die Ergebnisse der Wiener Bestandsanalyse liegen in Factsheets und einer agglomerierten Auswertung vor.

© Büro Jauschneg

Bei der Analyse wurden u. a. die Funktionen der einzelnen Plattformen näher analysiert. Diese erstrecken sich dabei von Ankündigungen (lokaler) Veranstaltungen, Anbieten unentgeltlicher Nachbarschaftshilfe, Hinweisen auf lokale Wirtschaft (v.a. Geschäfte und Gastronomiebetriebe) bis hin zur Nutzung als virtueller Marktplatz. Zudem wurden die Wechselwirkungen virtueller und realer Nachbarschaftswelten näher beleuchtet. Die Studienergebnisse legen nahe, dass mit Hilfe digitaler Nachbarschaftsplattformen eine vereinfachte Kommunikation in der Nachbarschaft, insbesondere auf kleinräumiger Stadtteilebene, gefördert werden kann. Zudem dienen sie als „Stimmungsanzeiger“ für die lokalen Bedürfnisse und Themen der Menschen. Damit die Kommunikation über solche Plattformen funktioniert und von Menschen angenommen wird, muss die Funktionalität an die jeweiligen Zielgruppen angepasst und nutzerInnenfreundlich gestaltet sein. Auch im Hinblick auf die Interaktion zwischen Nachbarschaft und dem städtischen Wohnbau fördern diese einen direkteren und transparenteren Diskurs in beide Richtungen und tragen zu einer Vernetzung von Neubauquartieren mit dem Wohnbestand bei.Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass durch gut moderierte Plattformen die Hemmschwelle, mit NachbarInnen in Kontakt zu treten, gesenkt wird. Sie wirken sozialer Exklusion entgegen, leisten einen Beitrag zur Förderung der sozialen Nachhaltigkeit (als eine der 4 Säulen des öffentlich geförderten Wohnbaus) und unterstützen den Smart City und Sharing Economy Gedanken.

Leistungszeitraum: 2019

Bearbeitung: Mailin Gaupp-Berghausen; Chien-Hui Hsiung, Wolfgang Neugebauer

Auftraggeber: Magistrat der Stadt Wien, MA 50 – Wohnbauförderung und Schlichtungsstelle für wohnrechtliche Angelegenheiten

Download: Projektbeschreibung, Programm Wohnbauforschungstag