Unzuverlässige Reisezeiten in Österreich: Ausmaß, Kosten und Wirkung

In Österreich wurden bisher weder das Ausmaß und die Kosten von unzuverlässigen Reisezeiten noch deren Auswirkung auf das Verhalten der Reisenden untersucht. Das Forschungsprojekt RELAUT schließt diese Wissenslücken durch die Analyse von österreichischen Straßenverkehrsdaten, Messungen zur Pünktlichkeit von öffentlichen Verkehrsverbindungen und einer Befragung von NutzerInnen der österreichischen Verkehrsnetze. Um (Reisezeiten‐) Unzuverlässigkeit systematisch analysieren zu können, müssen sowohl die P‐Seite (P = price, Preis) als auch die Q‐Seite (Q = quantity, Ausmaß) der Unzuverlässigkeit bekannt sein. Die P‐Seite gibt an, wie sehr NutzerInnen der Verkehrsnetze Zuverlässigkeit wertschätzen. Die Q‐Seite definiert das Ausmaß der (Un‐)Zuverlässigkeit. Die volkswirtschaftlichen Kosten von Unzuverlässigkeit sind dann als P*Q definiert.

Korrelation zwischen durchschnittlicher Fahrplanabweichung und Standardabweichung, © WU Vienna, based on Linz Linien (2015)

RELAUT zeigt, wie die P und die Q‐Seite der (Reisezeiten‐) Unzuverlässigkeit in Österreich gemessen werden können. Dazu wurde eine repräsentative Befragung zur Wahrnehmung von Unzuverlässigkeit und diesbezüglicher Reaktion mit 316 TeilnehmerInnen durchgeführt. Die Messung der Unzuverlässigkeit (Q‐Seite) erfolgte anhand von Straßenverkehrsdaten der ITS Vienna sowie ÖV‐Daten der Linz Linien. Für ausgewählte Streckenabschnitte und ÖV‐Linien wurde die Zuverlässigkeit berechnet. Regressionsanalysen identifizierten mögliche Erklärungsfaktoren für (Un)zuverlässigkeit, wie z.B. die Tageszeit, Wochentage, Ferienzeiten, Wetterbedingungen und (im ÖV‐Kontext) die Länge einer Buslinie.

Leistungszeitraum: 2015

Bearbeitung: Jiannis Kaucic; Reinhold Deußner, Gerald Kovacic

Partner: Wirtschaftsuniversität Wien

Finanziert durch: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie

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